• Microsoft Politik & Berlin durchsuchen
  • Microsoft.com durchsuchen
  • Web durchsuchen
Suchen

Streife digital – Mobile Unfallerfassung bei der Polizei des Saarlandes

Vom 16.11.2016

thomas-lippJährlich kracht es auf den Straßen des Saarlandes rund 33.000 Mal. Ein Großteil der Verkehrsunfälle sind glücklicherweise Blechschäden, die ohne Personen- oder schweren Sachschaden verlaufen und ohne Alkoholeinfluss entstehen. Solche Unfälle werden von den Beamten bisher über handschriftliche Notizen, Skizzen und Fotos aufgenommen. Zurück auf der Wache müssen die aufgenommenen Unfalldaten aufwändig in das polizeiliche Vorgangsbearbeitungssystem eingegeben und dort weiterverarbeitet werden. Leider bedeutet die doppelte Datenerfassung auch doppelte Arbeit für die Beamten und kostet eine Menge Zeit. Nicht selten führt dieser umständliche Prozess auch zu Fehlern in der Unfallbearbeitung.

Entlastung der Einsatzkräfte durch Digitalisierung
Um die Einsatzkräfte zu entlasten und die Fehlerquote bei der Aufnahme von Bagatellunfällen zu senken, nutzt die Polizei des Saarlandes als bundesweiter Vorreiter nun in einem Testprojekt Windows-Smartphones und Microsoft Surface Tablets. Microsoft gehört zu den Unterstützern des Projekts „Mobile Verkehrsunfallaufnahme bei der Polizei des Saarlandes“, bei dem seit September gut ein Drittel der Crashs im Zuständigkeitsbereich der Polizeiinspektion Saarlouis digital erfasst werden. Mit den eingesetzten Geräten entfällt für die Polizisten vor Ort ab sofort die fehleranfällige Zettelwirtschaft. Stattdessen können die Bilder und Notizen von der Unfallstelle nun direkt und ohne Medienbrüche auf den Geräten erstellt, abgespeichert und an das Erfassungssystem gesendet werden.

mobile-unfallaufnahme

Mehr Zeit für wesentliche Aufgaben
„Der Einsatz mobiler Endgeräte bei der Unfallaufnahme erleichtert nicht nur die Datenerfassung vor Ort, sondern ermöglicht auch eine stärkere Integration des gesamten Verwaltungsprozesses“, kommentiert Professor Dr. Peter Loos vom Institut für Wirtschaftsinformatik im Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz und von der Universität des Saarlandes. Das stimmt: Dank der Vorort-Erfassung der Daten spart die Polizei eine Menge Zeit bei der Erfassung und der Fehlerbereinigung der Unfallberichte. Und sie gewinnt Zeit für eine stärkere Präsenz auf der Straße.

Polizei zieht positive Zwischenbilanz
In einer ersten Zwischenbilanz zeigen sich Polizei und Politik gleichermaßen begeistert von dem Projekt. Nach ersten wissenschaftlichen Auswertungen kann die Gesamterfassungsdauer eines Verkehrsunfalls teilweise um die Hälfte der Zeit verkürzt werden. „Mit der Digitalisierung des Polizeidienstes geht das Saarland einen neuen Weg“, sagt Jürgen Lennartz, Chef der Staatskanzlei und CIO des Saarlands. Dieser Weg führt seine Beamten aber nicht an den Schreibtisch, denn der Großteil der Polizeiarbeit findet außerhalb der Dienststelle statt – auf der Straße, also dort, wo die Bürger sind. Im mobilen Einsatz aber brauchen die Mitarbeiter effiziente, zuverlässige und sichere Technologien auf geeigneten Geräten.

Der saarländische Staatssekretär Jürgen Lennartz und der Staatssekretär aus dem Bundesinnenministerium und CIO des Bundes Klaus Vitt haben das Projekt, das bis Ende des Jahres läuft, im Rahmen der Plattformveranstaltung „Digitale Verwaltung und Öffentliche IT“ des Nationalen IT-Gipfels 2016 vorgestellt. Der Gipfel steht unter dem Motto „Lernen und Handeln in der digitalen Welt“. Das Projekt im Saarland hat beides zu bieten: Es zeigt, wie einfach und nützlich das Handeln in der digitalen Welt ist. Und lehrreich ist es sicher auch.

Ein Beitrag von Thomas Lipp, Senior Business Development Manager bei Microsoft Deutschland